Eine kleine (Entstehungs-)Geschichte
Es waren einmal 2 junge Burschen, deren Fernseher eines Abends kaputt ging, und die so einfallslos waren, den Abend zu retten , dass ihnen nichts anderes übrig blieb, als sich ein Keyboard und eine Gitarre zu kaufen, um die Nachbarn ein wenig zu erschrecken.
So klimperten sie sich jede Nacht in den Schlaf und probierten die verschiedensten Rhythmen aus. Der eine haute voll in die Tasten, der andere passte auf, dass es zu keinem Saitensprung kam während er die Wanderharve zupfte. Doch irgendwann war ihnen langweilig, und sie beschlossen, eine Versicherung abzuschließen, in der Hoffnung, die Versicherungstante würde einen Sohn haben, der etwas musikalisch ist.
Gesagt getan. Und siehe da, die Finanztussi hatte tatsächlich einen Sohn, der zwar nicht singen und tanzen konnte, aber einigermaßen gut aussah. So beschlossen die beiden Jungs, sich mit dem Knaben in der Öffentlichkeit zu zeigen. Der fremde Gay hatte zur Überraschung unserer beiden Freunde eine schlechte Homepage, auf der er eigene Songs vorstellte, denn obwohl ja nichts von Musik verstand schien er doch ein begnadeter Liedermacher zu sein. Allerdings waren die Texte nicht jugendfrei, woraufhin man sich schon wieder trennen wollte, aber letztendlich wurde ein Vertrag geschlossen, nachdem das Trio komplett bliebe, wenn das böse Wort mit F..... auf ein Minimum reduziert würde.
So spielten die drei lustigen Gesellen von nun an gemeinsam. Die Nachbarn zogen einer nach dem andern weg, und man verbrachte viele Abende gemeinsam. Doch irgendwann wurde es wieder langweilig. Eine Frau musste her. Und so tat es sich, dass ein junges Mägdelein vor der Türe stand und um Einlass begehrte. Eine Engelsstimme und eine Augenweide waren ihr Merkmal. Während der Liedermacher schon wieder den Vertrag brechen wollte (man konnte ihm kurz vorher den Mund verkleben), drückten die anderen ihr ein Mikrophon und eine Bassgitarre (zur Kompensation der hellen Stimme) in die Hand und man war von nun an ein Quartett.
Die Musikgruppe wurde immer besser, und nannte sich von nun an Band. Viele schöne Lieder entstanden in den gemeinsamen Treffen. Aber da Technik fehlte musste man ganz viel Bier trinken, um sich durch den Pfanderlös neueste High-Tec zu besorgen. So konnten nun auch die Klänge wie durch Zauber auf eine kleine Silberscheibe gebannt und der Welt eröffnet werden. Erste Erfolge blieben aus, aber für Hartnäckigkeit sind die Viere mittlerweile bekannt.
Irgendwann hatte das junge Mädchen aber keine „Lust“ mehr, vor den ständigen Verbal-Attacken des Minnesängers aufs Klo zu flüchten. Sie sagte „Macht Tschüß ihr Erdwichser“ und legte von nun an wieder selbst Hand an. Aber zu dritt blieb man nicht lange, denn der Harfenzupfer, welcher nebenbei bei den Nachbarn Rasen mähte traf jemanden, der nicht nur die Klampfe streichelte, sondern sie sogar zum Glühen brachte. Nachdem er nach erster Begeisterung den Mund wieder zubekam machte er krasses Deal. „Hey Alta… mach isch Rasen umsonst, kommst mit in unsere Band?“ Und da der Mann einen schlecht laufenden Musikladen sein Eigen nannte, war er natürlich sehr angetan sich die ein oder andere Mark fuffzig nebenbei zu verdienen. Das ganze hatte natürlich den Vorteil, dass man in Zukunft zwischen noch mehr Technik in dem Laden proben konnte, die später auch noch an Kunden verkauft wurde. (Bislang hat sich erst einer beschwert, wegen eines Kaugummi in der Nasenflöte - Anm. d. Red.)
Wieder folgten Auftritte. Die Zahl der Fans stieg auf drei. Aber man war noch nicht komplett. Gute Rhythmen fehlten Aber woher nehmen und nicht stehlen. Stehlen?!? Das war das Stichwort. Schnell schnappte sich der Musikalienhändler einen Bassschüler, als die Lehrerin gerade nicht hinsah und Problem Nummer 1 war gelöst.
Für die Lösung des Zweiten sorgten die Fans, welche sich an die Jungendsünden eines ihrer Ferienlagerfreunde erinnerten. Der hatte damals schon alles umgehauen, was sich ihm in den Weg stellte. So schenkte man ihm ein Schlagwerkzeug und integrierte ihn in die Gruppe. Dieser Jüngling mit schillernden Locken war sehr innovativ (was immer das heißen mag) und lernbegierig.
Aber siehe da! Auch für den Klampfenstretcher war die Zeit gekommen. Er erreichte das höchstzulässige Mitgliedsalter für Musiker und schied daher aus. Neeee..... natürlich nicht. Jerry-me standen kurz vor einem Plattendeal und das war ihm zu viel Verantwortung. Es muss auch Leute geben, die nicht dem schnöden Mammon hinterherlaufen. Aber unsere restlichen Musiker waren darauf angewiesen. Schließlich war das Bier knapp und somit versiegte langsam aber sicher die Pfandeinnahmequelle. Und auch das Musikalienparadies des Opas war nun nicht mehr zugänglich.
So ergab es sich schließlich, dass ein kleiner Verleger namens Mr. M sich den 4 Lausbuben annahm. Er zog ihnen das restliche Geld aus der Tasche, so dass sie ihre Häuser, Autos und Verwandten verkaufen mussten. Aber damit gelang es ihnen endlich über den Tellerrand hinauszublicken und sie produzierten die schon lange fälligen Meisterwerke. Schon bald klopften MTV und VIVA und der NRK (Norddänischer Rundfunk Kopenhagen) an die Tür. Aber niemand machte auf. Die Jungs waren am proben.
Dummerweise fiel dem Schlagmann irgendwann ein, dass er doch auf Tokyo Hotel stand und gerne Frauenkleider trug. Jerry-me standen erstmal ziemlich dumm da…. also noch dümmer als sie normalerweise aussehen. Sie inserierten in einer weniger bekannten Zeitung „Coolste Band aus Berlin sucht gefährlich aussehenden Rowdie, der auch Schlagzeug spielen sollte“. Für die nächsten paar Gigs borgten sich Jerry-me den Tokyo Hotel Gunnar, der die Teller und Pfannen im Takt bearbeitete, aber sonst fand sich keiner der mit den Jungs den Ruhm teilen wollte.
Da fiel den Eltern unseres Bassmannes Urin plötzlich der lange vermisste zweite Sohn ein. Sie öffneten den Dachboden und holten den Jungen herunter, putzten ihm den Staub ab, dass er wieder fast wie neu aussah. Er besaß fast alle Eigenschaften eines Drummers, er konnte mit einer Hand Chuck Norris das Nasenbein brechen, er war selbst hinter einer 4*4 m großen Bassdrum zu sehen und er mochte keine Rothaarigen (denn die sind alle für Randy reserviert). Das einzige was nicht stimmte war der standardisierte Name Dirk, den Schlagzeuger üblicherweise haben. Aber das war kein Problem, er wurde fix umgetauft und nennt sich seitdem Dirk B. Elke, oder auch kurz Elke genannt. Auch die anderen Mitglieder der Band passten ihre Namen an, so hört Micha von nun an auf Susi und Urin F. auf Farin Ü. Randy nannte sich weiterhin „schönstes Mädchen der Welt“, ….. aber zurück zum Thema.
Denn nichts ist wie es scheint, und nachdem man jetzt glauben könnte die Personalangelegenheiten wären endgültig geklärt, musste unser Dicker natürlich Eichhörnchen spielen und hat dabei den Boden geküsst .... aber erst nach einem Sturz aus 30 m Höhe (Schwerkraft lässt grüßen). Na toll... gerade sollte es vorwärts gehen, fehlte der Band nun die Gitarre. Zunächst probierte Urin gleichzeitig Bass und Gitarre zu spielen. Das klang zwar geil, sah aber Scheiße aus. Aber den anderen Jungs gefiel seine "Rod" Gitarre so gut, dass sie ihm erstmal angetackert wurde, damit er sie nicht mehr verliert. Doch nun musste irgendwer den Bass halten. Das Basshaltegerät auf der Bühne konnte jedenfalls nicht spielen. Aber es genügte ein Blick auf die Strasse und man griff sich den erstbesten 0814 Typen, der vorbei marschierte. Pech für ihn. Er war nun ein Jerry-me.
Jetzt galt es den fehlenden Stoff nachzuholen. Na liebe Kinder? Erinnert Euch das an die Schulzeit? In der Tat wollte man alles bisher gespielte nun noch fetter und krasser anbieten. Das heißt natürlich üben, üben, üben. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann üben sie noch heute.........
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